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Stürmt die Burg!

Ein Jungschar-Abenteuer von Andi Fett

Produktinformationen "Stürmt die Burg!"

»Mittelalter, wir kommen!« Mit diesem Ruf brach unsere Jungschar zu einem ­Ritterlager auf. Ein Wochenende voller Abenteuer wartete auf uns. Am Samstag wollten wir zu einer ganz normalen Tageswanderung aufbrechen – doch dann erreichte uns plötzlich eine beunruhigende Nachricht. Kurz darauf standen wir vor der alten Ruine Disibodenberg … und unsere Holzschwerter fühlten sich auf einmal gar nicht mehr wie Spielzeug an. Was dort geschah, kannst du in dieser Geschichte nachlesen.

Für Jungen und Mädchen von 6 bis 10 Jahren.

Autor: Andreas Fett
Erscheinungsdatum: 02.06.2026
ISBN 978-3-86699-780-6
Seiten: 80
Gewicht: 231 g
Buchart: Hardcover
Medium: Print
Produktart: Buch

3 Bewertungen

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen


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3 3 Bewertungen

6. August 2026 10:21 | Henrik

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Lesefreude mit Bibelkunde

Wie bringt man Kindern die Bibel nahe, ohne eine Abenteuergeschichte ständig für eine künstlich aufgesetzte Andacht zu unterbrechen? Andi Fett versucht es mit Rittern, einer Entführung, einer alten Klosterruine und einem vermeintlich verschollenen Schwert. *Stürmt die Burg!* verbindet eine tatsächlich erlebte Jungscharfreizeit mit christlicher Kinderliteratur – und macht aus einem Ritterabenteuer schließlich ein Plädoyer dafür, Gottes Wort zu lesen und ernst zu nehmen.



Wer ist der Autor?

Andi Fett ist im Bereich christlicher Kinderliteratur kein Unbekannter. Auch die Buchreihe *Limm & Nies* stammt von ihm. In *Stürmt die Burg!* verarbeitet er eine Geschichte, die er nach eigener Aussage als Junge selbst erlebt hat. Die Jungscharfreizeit, der sogenannte „Bundeslappen“, die inszenierte Entführung und sogar der Fund des Schwertes gehen auf tatsächliche Ereignisse zurück. Namen und Einzelheiten wurden verändert und die Handlung erzählerisch ausgeschmückt.



Gerade dieser autobiografische Hintergrund erklärt, weshalb die Geschichte trotz mancher Überzeichnung erstaunlich authentisch wirkt. Fett erzählt nicht aus der Perspektive eines Erwachsenen, der sich überlegt, was Jungen wohl spannend finden könnten, sondern greift auf Erinnerungen an ein eigenes Jungschar-Abenteuer zurück.



Worum geht’s?

Die Handlung spielt im Jahr 1988. Eine Gruppe von etwa zwei Dutzend Jungen macht sich während eines Ritterlagers zu einer Wanderung auf. Ausgerüstet mit grauen Wolldecken, selbst gebastelten Holzschwertern und Schilden soll es zur Klosterruine auf dem Disibodenberg gehen.



Was zunächst nach einer gewöhnlichen Jungscharwanderung aussieht, entwickelt sich schnell weiter. Ein Junge fällt in einen Bach, seine nasse Decke wird zwischen zwei Stangen transportiert und erhält in Anspielung auf die biblische Bundeslade den Namen „Bundeslappen“. Später erreicht die Gruppe die Nachricht, dass die Mädchen aus dem Küchenteam von maskierten Männern „entführt“ worden seien. Damit beginnt die Erstürmung des Disibodenbergs.



Das Ganze ist natürlich inszeniert. Im Nachwort klärt Fett auf, dass die Entführung Teil des Jungscharprogramms war. Selbst das alte Schwert, das die Jungen während eines Tauziehens entdecken, wurde zuvor von einem Jungscharleiter versteckt. Für die Jungen damals war die Inszenierung jedoch ein echtes Abenteuer.



Fett nutzt diese Erlebnisse immer wieder als Brücke zu biblischen Inhalten. Der Bundeslappen führt zur Bundeslade und zu 4. Mose 10,35–36. Das Deckenlager im Weinberg wird mit Psalm 91 verbunden. Das gefundene Schwert führt zu Hebräer 4,12 und Epheser 6,17. Die Geschichte des Disibodenbergs wiederum eröffnet einen kleinen Einblick in Mission und mittelalterliches Klosterleben.



Der eigentliche Höhepunkt des Buches liegt deshalb nicht in der Befreiung der Mädchen. Er kommt mit dem Fund des Schwertes. Der Jungscharleiter hält das rostige Ritterschwert und seine Bibel nebeneinander und erklärt den Jungen, warum Gottes Wort das eigentliche Schwert ist. Daraus entsteht der einprägsame Merksatz: „Nur wer sein Schwert wetzt, ist, der es wertschätzt!“



Damit ist das zentrale Anliegen des Buches ausgesprochen: Kinder sollen nicht nur eine Bibel besitzen, sondern sie gebrauchen, lesen, kennenlernen und wertschätzen.



Abenteuer, Geschichte und Bibel – das funktioniert erstaunlich gut

Die größte Stärke des Buches liegt in seiner didaktischen Konstruktion. Fett schreibt keine Andachtsgeschichte, in der eine dünne Rahmenhandlung lediglich dazu dient, am Ende eine Moral anzuhängen. Vielmehr entstehen die geistlichen Anwendungen weitgehend aus den Erlebnissen selbst.



Besonders gelungen ist das beim Schwertfund. Hebräer 4,12 und Epheser 6,17 werden nicht abstrakt erklärt. Die Kinder haben zuvor ein vermeintlich jahrhundertealtes Schwert gefunden und sind davon begeistert. Genau diese Begeisterung wird nun gegen ihre Gleichgültigkeit gegenüber der Bibel gestellt: Warum würden sie ein altes Schwert reinigen, bewundern und gebrauchen wollen, während Gottes Wort häufig unbeachtet herumliegt?



Das ist didaktisch stark, weil die Illustration nicht Selbstzweck bleibt. Sie führt zu einer konkreten Anwendung: Gottes Wort soll nicht nur im Regal stehen. Der Leser soll lernen, damit umzugehen. Der Autor verbindet das zusätzlich mit der Versuchung Jesu in Matthäus 4,1–11. Jesus begegnet den Versuchungen mit dem geschriebenen Wort Gottes. Die Kinder sollen entsprechend lernen, biblische Wahrheit zu kennen und Lüge von Wahrheit zu unterscheiden.



Auch der Abschluss mit Josia verfolgt konsequent diese Linie. Das wiedergefundene Gesetzbuch wird zum Gegenstück des wiedergefundenen Schwertes. Entscheidend ist nicht allein, dass Josia Gottes Wort entdeckt, sondern dass er darauf reagiert. Der Schlussappell lautet folgerichtig: „Sei wie Josia Täter / und nicht ein Hörer bloß!“



Damit verbindet Fett Bibelkenntnis und Gehorsam. Gottes Wort soll gelesen werden, damit es Denken und Leben prägt.



Auch gestalterisch ein starkes Kinderbuch

Fionn Westermeiers Illustrationen tragen erheblich zur Wirkung des Buches bei. Das ist bei einem Buch für Sechs- bis Zehnjährige keine Nebensache. Die großformatigen, farbigen Bilder greifen die Dynamik der Handlung auf: der Sprung über den Bach, die Wanderung durch die Weinberge, die Ruine, die Böller beim „Angriff“ und schließlich der Schwertfund.



Die Bilder erzählen teilweise selbst weiter und lockern die Textmenge sinnvoll auf. Dazu kommen die Karte der Klosterruine, Worterklärungen und Ausmalbilder. Das Buch eignet sich deshalb nicht nur zum Selbstlesen, sondern besonders gut zum Vorlesen. Gerade bei jüngeren Grundschulkindern dürften Text, Humor und Bilder zusammen am besten funktionieren.



Sprachlich schreibt Fett nah an seiner Zielgruppe. Wortspiele, Ritterwitze und Begriffe wie „Bundeslappen“ sorgen dafür, dass die Geschichte nicht den Ton eines Religionsunterrichts annimmt. Gleichzeitig werden unbekannte Begriffe wie Knappe, Kavallerie, Hospiz, Klause oder Bundeslade erklärt.



Dabei verbindet das Buch auf ungewöhnliche Weise Abenteuer, Kirchengeschichte, Sprachwissen und biblische Unterweisung.



Theologisch erfreulich klar

Für ein Kinderbuch bemerkenswert ist die Klarheit, mit der Fett an entscheidenden Stellen formuliert.



Besonders deutlich wird das im letzten Kapitel über Hildegard von Bingen und Jutta von Sponheim. Das mittelalterliche Klosterleben wird nicht romantisiert. Fett würdigt zwar indirekt den Ernst der Hingabe, stellt aber zugleich die entscheidende theologische Frage: Wird der Mensch durch Askese, Absonderung und religiöse Leistung Gott näher?



Die Antwort fällt eindeutig aus. Das Buch betont, dass die Schrift keine besondere geistliche Klasse von Mönchen und Nonnen kennt und dass räumliche Abgeschiedenheit den Menschen nicht heiliger macht. Treffend heißt es: „Glaube gehört mitten ins Leben, nicht hinter Mauern.“



Noch wichtiger ist die anschließende soteriologische Einordnung. Unter Bezug auf Epheser 2,8–9 wird erklärt, dass Rettung aus Gnade durch Glauben geschieht und nicht durch religiöse Leistungen. Das ist für die Zielgruppe verständlich formuliert und trifft einen zentralen Punkt des Evangeliums: Der Mensch erarbeitet sich Gottes Annahme nicht durch besondere Frömmigkeit.



Ebenso erfreulich ist die hohe Sicht von Gottes Wort. Die Bibel erscheint nicht lediglich als Sammlung hilfreicher Lebensweisheiten. Sie ist Gottes wirksames Wort, Maßstab für Wahrheit und geistliche Waffe gegen Lüge und Versuchung.



Das eigentliche Ziel formuliert Fett im Nachwort selbst: Bereits auf jener Jungscharfreizeit sei ihnen „die Bibel lieb gemacht“ worden. Sein Wunsch sei, dass auch dieses Buch „mehr Leselust an der Bibel wecken könnte“. Genau darin liegt der geistliche Schwerpunkt des gesamten Buches.



Wo ist etwas Differenzierung nötig?

Gravierende theologische Probleme sehe ich nicht. An einigen Stellen hätte man allerdings genauer formulieren können.



Das betrifft insbesondere die Bundeslade. Sie wird als eine Art „Garantie dafür“ beschrieben, dass Gott bei Israel war, später heißt es sogar sinngemäß, nicht Israel habe die Bundeslade beschützt, sondern die Bundeslade Israel. Gerade 1. Samuel 4 zeigt jedoch, dass Israel die Lade gerade nicht wie einen religiösen Talisman benutzen konnte. Die Israeliten holen die Lade ins Lager, erwarten offenbar Gottes Hilfe und werden dennoch vernichtend geschlagen; die Lade wird von den Philistern erbeutet.



Für eine kindgerechte Darstellung ist die Vereinfachung verständlich. Biblisch genauer wäre jedoch die Betonung gewesen: Nicht die Bundeslade an sich schützte Israel, sondern der souveräne Gott des Bundes war in der Mitte seines Volkes gegenwärtig. Seine Gegenwart ließ sich nicht durch einen heiligen Gegenstand instrumentalisieren.



Auch die Darstellung des mittelalterlichen Klosterwesens ist bewusst stark reduziert. Für Sechs- bis Zehnjährige ist das vertretbar. Kirchengeschichtlich sollte man daraus jedoch keine umfassende Bewertung des Mönchtums ableiten. Das Buch will keine Kirchengeschichte des Mittelalters schreiben, sondern Kindern den Unterschied zwischen religiöser Leistung und der freien Gnade Gottes erklären. Innerhalb dieses Anspruchs funktioniert die Zuspitzung.



Ein weiterer kleiner Punkt betrifft die Aussage, gute Werke machten uns „nicht heiliger“. Im unmittelbaren Zusammenhang ist klar, was Fett sagen will: Werke rechtfertigen uns nicht vor Gott. Epheser 2,8–9 wird dafür völlig zu Recht herangezogen. Theologisch präziser müsste allerdings zwischen Rechtfertigung und Heiligung unterschieden werden. Gute Werke sind niemals Grundlage unserer Rechtfertigung, gehören aber sehr wohl als Frucht zum geheiligten Leben des Gläubigen – was unmittelbar Epheser 2,10 ergänzt.



Das sind jedoch keine Mängel, die das Grundanliegen des Buches infrage stellen.



Für wen eignet sich das Buch?

*Stürmt die Burg!* richtet sich laut Verlag an Jungen und Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren. Inhaltlich dürfte es Jungen aufgrund des Ritter-, Kampf- und Abenteuerrahmens besonders unmittelbar ansprechen, ohne deshalb ein reines Jungenbuch zu sein.



Für Erstleser kann die Textmenge stellenweise noch anspruchsvoll sein. Zum gemeinsamen Lesen oder Vorlesen eignet sich das Buch dagegen ausgezeichnet. Eltern können die biblischen Bezüge aufgreifen und einzelne Stellen gemeinsam in der Bibel nachlesen.



Auch für Jungschar, Kinderstunde oder christliche Freizeitarbeit ist das Buch interessant. Es zeigt nebenbei, was gute Kinderarbeit leisten kann: Erlebnisse werden nicht einfach veranstaltet, damit Kinder beschäftigt sind. Sie werden genutzt, um biblische Wahrheit anschaulich und erinnerbar zu vermitteln.



Was bleibt?

Dem Autor gelingt mit *Stürmt die Burg!* ein Kinderbuch, das seine christliche Botschaft weder versteckt noch lieblos auf die Geschichte klebt. Das Abenteuer trägt die geistlichen Aussagen, und die geistlichen Aussagen geben dem Abenteuer einen bleibenden Sinn.



Am stärksten ist das Buch dort, wo das gefundene Ritterschwert zum Bild für die wiederzuentdeckende Bibel wird. Kinder verstehen sofort, warum ein Ritter sein Schwert kennen und gebrauchen muss. Von dort ist der Schritt zu Epheser 6,17 nicht weit: Wer Gottes Wort als „Schwert des Geistes“ gebrauchen will, muss es kennen.



Einzelne historische und theologische Formulierungen könnten präziser sein. Für die Gesamtbewertung wiegt das jedoch nicht schwer. Entscheidend ist, dass Fett Kindern nicht religiöse Selbstoptimierung vermittelt, sondern sie zur Schrift führt und ausdrücklich auf die Rettung aus Gnade durch Glauben hinweist.



Wenn ein christliches Kinderbuch nach der letzten Seite den Wunsch weckt, nicht nur das nächste Abenteuerbuch, sondern die eigene Bibel aufzuschlagen, hat es viel richtig gemacht.



Bewertung: ★★★★½ (4,5 von 5 Sternen)

17. Juni 2026 21:53 | Jan

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Das, was Kinder heute lesen müssen!

Andi Fett versteht es wie kaum ein anderer, die Kinder (+ Jugend!) von heute zu begeistern für Abenteuer und (Kirchen-)Geschichte, Bibel und das Wunder der Sprache und des Wortwitzes. Die mitreißenden Illustrationen laden zum In-einem-Rutsch-Durchlesen ein. Eine Mini-Kritik: Das Lesealter hätte ich eher für 8-12 empfohlen, 14 scheint mir vielleicht schon etwas zu alt.

8. Juni 2026 08:45 | Daniel

Bewertung mit 5 von 5 Sternen

Kurweilig, spannend, mit Tiefgang!

Der begabte Autor mehrerer toller Kinderbücher erzählt die Geschichte unglaublich kurzweilig und spannend. Besonders schön ist, dass sie auf einer echten, selbst erlebten Begebenheit basiert – das macht sie noch authentischer!
Das Buch eignet sich super zum Selbstlesen für Kinder aber auch toll zum Vorlesen!
Andi hat die Geschichte bei einem Abenteuerwochenende für die Kinder unserer Gemeinde erzählt und dabei nicht nur die Kids, sondern auch die Erwachsenen von Anfang an gefesselt.

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