| Artikel-Nr. | 256573 |
|---|---|
| ISBN | 978-3-86699-573-4 |
| Seiten: | 168 |
| Art / Abmessungen: |
Produktinformationen "Heimatlos (Gladys Aylward)"
China 1934: In den armen Bergregionen werden Waisenkinder für ein paar Münzen verkauft. Auch die sechsjährige Mei-en soll den Besitzer wechseln. Sie ist außer sich vor Angst, denn die fremde Frau, die sie kaufen will, ist keine Chinesin. Für Mei-en steht fest: Dieser »fremde Teufel« wird sie verschlingen.
Doch die kleine Frau in chinesischer Kleidung ist die Missionarin Gladys Aylward. Für Mei-en beginnt ein neues Leben. Bis eines Tages »silberne Vögel« am Himmel erscheinen und Bomben die Stadt erschüttern.
Plötzlich schweben Mei-en und fast hundert weitere Waisenkinder in höchster Gefahr! Gejagt vom Feind, bleibt nur ein Weg: über die Berge.
Für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren.
| Autor: | Dave Jackson/Neta Jackson |
|---|---|
| Erscheinungsdatum: | 18.06.2026 |
| ISBN | 978-3-86699-573-4 |
| Seiten: | 168 |
| Gewicht: | 176 g |
| Buchart: | Taschenbuch |
| Medium: | |
| Produktart: | Buch |
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3 3 Bewertungen
7. September 2026 11:56 | Nelli
eine mitreisende Geschichte
Bei dem Büchlein „Heimatlos“ von Dave und Neta Jackson handelt es sich um eine weitere spannende Erzählung aus der Reihe „Abenteurer Gottes“. Es handelt sich hierbei um den dritten Band in der Erzählreihe. Da jedes Buch in sich abgeschlossen ist, kann es aber auch problemlos unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden.
Die Erzählung handelt von Mei-en, einem kleinen Mädchen, das seine Eltern verloren hat und von seinem Stiefvater abgelehnt wird. Dieser bringt das Kind zu seiner Großmutter. Doch auch sie möchte Mei-en nicht aufnehmen, da sie nur Geld kosten würde und verkauft das Kind kurzerhand an eine Zigeunerin. Völlig vernachlässigt und ausgehungert wird die kleine Mei-en schließlich von Gladys Aylward, einer englischen Missionarin, am Straßenrand entdeckt. Aus tiefem Mitleid kauft Gladys das verängstigte Kind frei und nimmt es bei sich auf. Das arme Mädchen, dass keiner haben möchte, lernt aber ganz schnell, dass Gladys es gut mit ihr meint und sie bei ihr keine Angst zu haben braucht. Ganz im Gegenteil, sie wird ihre neue Mama und adoptiert sie nach einiger Zeit.
Doch die schöne Zeit wird jäh durch japanische Angriffe erschüttert und Mei-en sowie viele weitere Kinder, welche von Gladys Aylward versorgt werden, müssen überstürzt in die Berge fliehen.
Eine spannende Erzählung aus Sicht eines Kindes über die China-Missionarin Gladys Aylward. Mich hat die Erzählung von Anfang an begeistert. Die Texte sind einfach geschrieben und nehmen den Leser mit auf eine spannende Reise durch China.
Immer wieder werden die einzelnen Kapitel durch Bleistiftzeichnungen ergänzt und aufgelockert. Das Buch eignet sich hervorragend für Kinder zum Selberlesen oder aber auch wunderbar zum Vorlesen.
Ich bin sehr begeistert von diesem Buch und empfehle diese berührende Geschichte gerne weiter. Schon jetzt freue ich mich auf weitere Erzählungen dieser Reihe.
31. August 2026 11:22 | Angela
Tief berührt
Dieses kleine Buch enthält eine wahre Geschichte und ist für Kinder ab acht Jahren geeignet. Ich habe es als Erwachsene gelesen und es hat mich tief berührt!! Gladys Aylward spürt ihre Berufung für China und obwohl Menschen ihr viele Steine in den Weg legen, führt sie Gott genau an den Ort, wo sie für viele Menschen zum Segen wird. Es wird ihre Lebensgeschichte erzählt, so dass Kinder und Erwachsene sich ihr Leben gut vorstellen können. Beim Lesen hatte ich Bilder vor Augen und durfte miterleben, wie Gladys von Gott auf wunderbare Weise geführt wurde. Sie hat Liebe gelebt, zu vielen Kindern, armen Menschen in den Dörfern und wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten sogar von Regierungsbeamten respektiert und geachtet. Sie hat praktisch gedient, aber auch immer wieder Kindern und Erwachsenen Geschichten aus der Bibel erzählt. Auf diese Weise hat sie den Menschen das Evangelium gebracht und damit Gottes Liebe. Es ist eine Geschichte von viel Verzicht und einem starken Glauben, der auch in Gefahr und notvollen Zeiten trägt. Sie ist für mich und viele andere Menschen ein Segen und ich hoffe, dass dieses Buch kostbarer Samen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen ist.
24. August 2026 13:32 | Henrik
Gelungene Einfürhung
Was geschieht, wenn ein heimatloses Kind einer Frau begegnet, die bereit ist, Gott auch unter Lebensgefahr zu gehorchen? Dave und Neta Jackson erzählen die Geschichte der Missionarin Gladys Aylward aus der Perspektive eines chinesischen Mädchens. Dadurch entsteht keine klassische Biografie, sondern ein spannender historischer Roman für Kinder.
Wer sind die Autoren?
Dave und Neta Jackson sind ein amerikanisches Autorenpaar aus Evanston im US-Bundesstaat Illinois. Gemeinsam haben sie zahlreiche Bücher über Ehe, Familie, Gemeinde und zwischenmenschliche Beziehungen verfasst. Bekannt wurden sie besonders durch ihre Kinderbuchreihen »Abenteurer Gottes« und »Glaubenshelden«, in denen sie historische Persönlichkeiten der Missions- und Kirchengeschichte für junge Leser erschließen.
Worum geht es?
China im Jahr 1934: Nach dem Tod ihrer Mutter wird die sechsjährige Mei-en von ihrem Stiefvater fortgebracht. Schließlich soll das Mädchen verkauft werden. Doch die fremde Frau, die neun Pence für sie bezahlt, ist keine gewöhnliche Käuferin. Es handelt sich um die englische Missionarin Gladys Aylward.
Für Mei-en, die fortan Ninepence genannt wird, beginnt ein neues Leben in der »Herberge zu den acht Glückseligkeiten«. Dort versorgen Gladys und ihr chinesischer Mitarbeiter Yang durchreisende Maultiertreiber und erzählen ihnen Geschichten aus der Bibel. Allmählich erkennt Ninepence, dass die zunächst gefürchtete Ausländerin keine Bedrohung ist. Gladys wird zu ihrer Adoptivmutter, die Herberge zu ihrem Zuhause.
Doch mit dem japanischen Angriff auf China verändert sich alles. Bomben fallen auf Yangcheng, Menschen fliehen in die Berge und immer mehr Waisenkinder benötigen Schutz. Als die japanische Armee näher rückt und auf Gladys ein Kopfgeld ausgesetzt wird, muss sie mit fast hundert Kindern über die Berge fliehen. Hunger, Erschöpfung, feindliche Soldaten und der unpassierbar erscheinende Gelbe Fluss machen die Reise zu einem lebensgefährlichen Unternehmen.
Die Jacksons erzählen diese Ereignisse konsequent aus der Sicht Ninepences. Der Leser erlebt Gladys deshalb nicht zuerst als berühmte Missionarin, sondern als eine Frau, die verwundete Kinder aufnimmt, ihre begrenzten Mittel teilt, biblische Geschichten erzählt und in bedrohlichen Situationen auf Gott vertraut.
Wo überzeugt das Buch?
Die größte Stärke liegt in der Verbindung von historischer Missionsgeschichte und kindgerechter Abenteuererzählung. Die Handlung beginnt unmittelbar, entwickelt schnell Spannung und bleibt bis zur Überquerung des Gelben Flusses fesselnd. Kurze Kapitel, viele Dialoge und anschauliche Beschreibungen machen das Buch auch für Leser zugänglich, die längere historische Darstellungen meiden.
Dabei werden die Schrecken des damaligen China nicht verharmlost. Mädchen werden verkauft, Kinderfüße gewaltsam eingeschnürt, Gefangene misshandelt und Städte bombardiert. Die Autoren beschreiben diese Wirklichkeit deutlich, ohne unnötig grausam zu werden. Kinder ab etwa acht Jahren erhalten dadurch einen verständlichen Einblick in Armut, Krieg und kulturelle Fremdheit.
Gut gelungen ist auch die Entwicklung Ninepences. Anfangs bestimmt die Angst vor dem »fremden Teufel« ihr Denken. Durch Gladys’ Zuwendung lernt sie jedoch, Vertrauen zu fassen, Verantwortung für jüngere Kinder zu übernehmen und selbst auf Gott zu hoffen. Der Titel Heimatlos erhält dadurch eine tiefere Bedeutung: Heimat ist für Ninepence nicht mehr bloß ein bestimmter Ort, sondern die Erfahrung, angenommen zu sein und zu einer Familie zu gehören.
Gladys Aylward wird als mutige, tatkräftige und zugleich menschliche Frau dargestellt. Sie besitzt keine außergewöhnliche Ausbildung und wird zunächst sogar für den Missionsdienst abgelehnt. Dennoch setzt sie ihre begrenzten Möglichkeiten entschlossen ein. Ihre Geschichte veranschaulicht, dass Gott nicht nur durch akademisch oder gesellschaftlich herausragende Menschen handelt. Entscheidend sind seine Berufung, seine Kraft und die Bereitschaft zum Gehorsam.
Ebenso überzeugend ist die selbstverständliche Einbindung biblischer Geschichten. Gladys nutzt die Herberge nicht lediglich als soziales Projekt. Sie versorgt Menschen und erzählt ihnen zugleich von Gottes Handeln und von Jesus Christus. Wort und Tat werden nicht gegeneinander ausgespielt. Das entspricht dem neutestamentlichen Verständnis christlichen Dienstes: Barmherzigkeit gegenüber Notleidenden gehört zur Nachfolge, ersetzt aber nicht die Verkündigung des Evangeliums.
Wo bleiben Einschränkungen?
Das Buch ist keine dokumentarische Biografie. Die Autoren weisen im Vorwort erfreulich offen darauf hin, dass sie Ereignisse zeitlich verdichtet, Personen zusammengeführt und einzelne Verbindungen frei erfunden haben. Selbst die Anwesenheit der Kinder bei bestimmten Begebenheiten dient teilweise der erzählerischen Wirkung. Das ist für einen historischen Kinderroman legitim. Leser sollten jedoch wissen, dass nicht jede Szene genau so stattgefunden hat.
Der abschließende Abschnitt »Mehr über Gladys Aylward« hilft dabei, die Erzählung historisch einzuordnen. Dennoch wäre eine noch deutlichere Kennzeichnung der erfundenen Haupt- und Nebenhandlungen hilfreich gewesen. Kinder können kaum selbst unterscheiden, welche Dialoge und Ereignisverknüpfungen belegt und welche literarisch gestaltet sind.
Theologisch vermittelt das Buch wichtige Wahrheiten: Gott ist souverän, Gebet ist keine Nebensache, Gehorsam kann Opfer verlangen und das Evangelium muss zu den Menschen gebracht werden. Gelegentlich entsteht allerdings der Eindruck, starkes Gottvertrauen müsse sich darin zeigen, dass man mit Gottes unmittelbarem Schutz rechnet. So begründet Gladys ihren Gang in das aufständische Gefängnis damit, sie könne nicht länger Missionarin sein, wenn sie den Menschen Gottes Allmacht verkündige, aber nicht darauf vertraue, dass Gott sie beschützt.
Das ist eindrücklich, benötigt jedoch eine Ergänzung: Gottes Allmacht bedeutet nicht, dass er seine Diener in jeder Gefahr vor Verletzung oder Tod bewahren muss. Paulus vertraute Gott, obwohl er Verfolgung, Misshandlung und schließlich den Märtyrertod erlitt. Biblischer Glaube vertraut nicht darauf, dass Gott stets den gewünschten Ausgang herbeiführt, sondern dass ihm auch im Leiden nichts entgleitet und er seine Kinder bis ans Ziel bewahrt.
Auch das Evangelium selbst bleibt relativ knapp. Jesus wird als Gottes Sohn und Retter vorgestellt, der für alle Menschen starb. Warum der Mensch Rettung benötigt, was Christi stellvertretender Tod bedeutet und dass Umkehr und persönlicher Glaube notwendig sind, wird jedoch kaum entfaltet. Für einen Abenteuerroman ist keine ausführliche Heilslehre zu erwarten. Im gemeinsamen Lesen bietet es sich dennoch an, diese Zusammenhänge anhand der Bibel zu erklären.
Wer sollte das Buch lesen?
Heimatlos eignet sich besonders für Jungen und Mädchen ab etwa acht Jahren, die spannende Geschichten mögen. Es kann selbstständig gelesen, in der Familie vorgelesen oder in Jungschar, Kinderstunde und Religionsunterricht eingesetzt werden. Aufgrund von Tod, Krieg, Menschenhandel und Gewalt sollten empfindsame jüngere Kinder die Geschichte gemeinsam mit einem Erwachsenen lesen. Das Buch eignet sich außerdem als Einstieg in das Leben Gladys Aylwards. Wer anschließend genauer zwischen historisch belegten Ereignissen und literarischer Gestaltung unterscheiden möchte, sollte eine ausführlichere Biografie zur Hand nehmen.
Was bleibt?
Dave und Neta Jackson machen Missionsgeschichte für Kinder lebendig, ohne sie auf eine trockene Folge von Daten und Leistungen zu reduzieren. Im Mittelpunkt steht eine unscheinbare Frau, die sich von fehlender Anerkennung, materieller Not und lebensgefährlichen Umständen nicht von ihrem Auftrag abbringen lässt.
Die historischen Verdichtungen und die stellenweise verkürzte Darstellung von Glauben und Bewahrung verlangen eine gewisse Einordnung. Dennoch überwiegt der Gewinn deutlich. Heimatlos erzählt spannend von Mut, Barmherzigkeit, Gebet und einem Leben, das sich Gottes Auftrag unterordnet. Gerade im gemeinsamen Lesen kann das Buch Kinder herausfordern, darüber nachzudenken, wem sie vertrauen und wofür sie ihr Leben einsetzen wollen.
Bewertung: ★★★★☆ (4,0 von 5 Sternen)