Lügen, die wir Frauen glauben - Erweiterte und aktualisierte Ausgabe
… und die Wahrheit, die uns frei macht
| Artikel-Nr. | 256597 |
|---|---|
| ISBN | 978-3-86699-597-0 |
| Seiten: | 384 |
| Art / Abmessungen: |
Produktinformationen "Lügen, die wir Frauen glauben - Erweiterte und aktualisierte Ausgabe"
Mit einer Lüge fing das ganze Elend an.
Mit einer Lüge, die bereitwillig geglaubt wurde.
Mit einer Lüge über Gott!
Und diese Lüge hat unzählige andere nach sich gezogen - kein Bereich des Lebens blieb davor verschont. Die frustrierende Realität lässt keinen Zweifel daran, dass unser Leben geprägt ist von Versagen, Selbstsucht und Bitterkeit. Wir haben die Lügen geglaubt – Lügen über Gott, über uns selbst, über unsere Gefühle, über die Sünde oder unsere Lebensumstände.
Nancy DeMoss Wolgemuth zeigt in diesem Buch, wie wir von diesen Bindungen frei werden und Gottes Gnade, Vergebung und überfließendes Leben gewinnen können. Denn es gibt eine wirksame Waffe, um die Lügen des Teufels abzuwehren und zu besiegen: Gottes Wahrheit!
Diese aktualisierte Ausgabe des viel gelesenen Bestsellers enthält ein brandneues Kapitel über Sexualität und wurde vollständig überarbeitet. Selbst wenn Du das Buch schon kennst, wird ein erneutes Lesen Dir viel Gewinn bringen!
| Autor: | Nancy DeMoss Wolgemuth |
|---|---|
| Erscheinungsdatum: | 14.10.2026 |
| ISBN | 978-3-86699-597-0 |
| Seiten: | 384 |
| Gewicht: | 517 g |
| Buchart: | Hardcover |
| Medium: | |
| Produktart: | Buch |
Anmelden
1 1 Bewertung
27. Oktober 2026 13:21 | Henrik
Aufklärung in einer unbiblischen Zeit
Nicht jede Überzeugung, die unser Denken bestimmt, ist wahr. Manche Vorstellungen über Gott, den eigenen Wert, Beziehungen oder persönliche Lebensumstände erscheinen selbstverständlich, obwohl sie dem widersprechen, was die Bibel lehrt. Nancy DeMoss Wolgemuth geht in ihrem Buch Lügen, die wir Frauen glauben der Frage nach, wie solche Überzeugungen entstehen, weshalb sie das Leben prägen und wie Gottes Wort zu einer veränderten Sichtweise führen kann.
Dabei verfolgt sie ein ausgesprochen seelsorgerliches Anliegen: Frauen sollen lernen, ihre Gedanken und Gefühle nicht zum letzten Maßstab der Wahrheit zu machen, sondern ihr Leben bewusst an der Heiligen Schrift auszurichten.
Wer ist die Autorin?
Nancy DeMoss Wolgemuth ist eine US-amerikanische Bibellehrerin, Autorin und Sprecherin des christlichen Frauenwerks Revive Our Hearts. Ihre Veröffentlichungen beschäftigen sich insbesondere mit geistlicher Erneuerung, persönlicher Heiligung, biblischer Weiblichkeit und praktischer Nachfolge.
Das Buch erschien ursprünglich 2001 unter dem Titel Lies Women Believe. Für die 2018 veröffentlichte amerikanische Neuausgabe überarbeitete und erweiterte Wolgemuth den Inhalt. Die nun bei CLV erschienene deutsche Ausgabe berücksichtigt diese Veränderungen.
Im Vorwort erklärt die Autorin, weshalb ihr eine Neubearbeitung wichtig war. Gesellschaftliche Entwicklungen, neue Fragen im Bereich der Sexualität, persönliche Erfahrungen und Rückmeldungen ihrer Leserinnen haben dazu geführt, dass sie einzelne Aussagen ergänzt, präzisiert und teilweise neu formuliert hat. Besonders bemerkenswert ist ihre Bereitschaft, frühere Formulierungen kritisch zu überprüfen.
Worum geht es?
Die Grundthese des Buches ist einfach: Falsche Überzeugungen führen zu falschem Denken und Handeln. Wer dagegen Gottes Wahrheit erkennt, glaubt und praktisch anwendet, kann geistliche Freiheit erfahren.
Wolgemuth entwickelt diesen Gedanken anhand des Sündenfalls in 1. Mose 3. Die Schlange stellt Gottes Wort infrage, verdreht seine Absichten und weckt Misstrauen gegenüber seinem Charakter. Eva lässt sich täuschen und handelt schließlich entgegen Gottes Gebot. Für die Autorin ist dieser Vorgang ein grundlegendes Muster geistlicher Verführung, das sich bis heute wiederholt.
Das Buch gliedert sich in drei größere Teile. Zunächst erklärt Wolgemuth, wie Täuschung funktioniert und weshalb Wahrheit für das christliche Leben unverzichtbar ist. Anschließend untersucht sie 45 verbreitete Überzeugungen, die sie als Lügen bezeichnet. Diese ordnet sie neun Themenfeldern zu: Gott, Selbstbild, Sünde, Prioritäten, Sexualität, Ehe, Kinder, Gefühle und Lebensumstände. Im abschließenden Teil beschreibt sie, wie solche Überzeugungen erkannt und durch biblische Wahrheit ersetzt werden können.
Die angesprochenen Fragen reichen von der Vorstellung, Gott liebe einen nicht, über Selbstwertprobleme und den Umgang mit Schuld bis hin zu Ehekonflikten, Kindererziehung und Depressionen. Auch die Bedeutung persönlicher Bibellese, des Gebets und eines verbindlichen Gemeindelebens wird behandelt.
Methodisch arbeitet Wolgemuth mit einem wiederkehrenden Prinzip: Sie benennt eine problematische Überzeugung, erläutert ihre möglichen Folgen und stellt ihr biblische Aussagen gegenüber. Persönliche Erfahrungen, seelsorgerliche Beispiele und Bibelstellen sollen den Leserinnen helfen, die jeweiligen Gedanken auf ihr eigenes Leben zu übertragen.
Wo überzeugt das Buch?
Die größte Stärke liegt in seiner konsequenten Orientierung an der Wahrheit der Heiligen Schrift. Wolgemuth widerspricht der verbreiteten Vorstellung, dass persönliche Gefühle oder gesellschaftliche Überzeugungen bereits deshalb verlässlich seien, weil sie intensiv empfunden oder weithin akzeptiert werden.
Diese Unterscheidung ist biblisch begründet. Der Mensch kann sich selbst täuschen (Jer 17,9), während Gottes Wort Wahrheit ist (Joh 17,17). Deshalb ist es notwendig, eigene Überzeugungen immer wieder anhand der Schrift zu prüfen. Wolgemuth macht deutlich, dass geistliches Wachstum nicht allein durch neue Erfahrungen entsteht, sondern wesentlich mit der Erneuerung des Denkens zusammenhängt (Röm 12,2).
Überzeugend ist auch ihre Auseinandersetzung mit einem ausschließlich gefühlsorientierten Glaubensverständnis. Die Autorin bestreitet nicht, dass Gefühle zum menschlichen Leben gehören. Sie weist jedoch darauf hin, dass Gefühle fehlbar sind und deshalb nicht darüber entscheiden können, ob Gott gut, treu oder liebevoll ist. Gerade in schwierigen Lebensphasen ist diese Einsicht seelsorgerlich bedeutsam.
Ebenso hilfreich ist die Verbindung zwischen Sünde, Verantwortung und Gottes Gnade. Wolgemuth zeigt, dass Christen ihre eigenen Fehlentscheidungen nicht dauerhaft mit ihren Umständen oder ihrer Vergangenheit entschuldigen können. Gleichzeitig erinnert sie daran, dass Gottes Vergebung größer ist als persönliche Schuld. Dadurch verbindet sie die Aufforderung zur Umkehr mit der Hoffnung des Evangeliums.
Positiv fällt außerdem auf, dass die überarbeitete Ausgabe schwierige Themen differenzierter behandelt, als es der teilweise zugespitzte Buchtitel erwarten lässt.
Das zeigt sich besonders im Kapitel über Depressionen (S. 304–320). Wolgemuth lehnt dort ausdrücklich sowohl die Behauptung ab, Depressionen seien immer auf persönliche Sünde zurückzuführen, als auch die Vorstellung, es handle sich grundsätzlich nur um ein geistliches Problem. Sie berücksichtigt körperliche, genetische, psychische und lebensgeschichtliche Faktoren. Auch die mögliche Bedeutung von Medikamenten und qualifizierter therapeutischer Unterstützung erkennt sie an.
Diese Differenzierung ist wichtig. Wer Depressionen pauschal als Folge mangelnden Glaubens betrachtet, wird der Komplexität menschlichen Leidens nicht gerecht. Wolgemuth versucht dagegen, medizinische und seelsorgerliche Gesichtspunkte miteinander zu verbinden, ohne die geistliche Dimension auszublenden.
Schließlich überzeugt das Buch durch seine praktische Anlage. Die Leserinnen erhalten nicht nur eine Sammlung theologischer Aussagen, sondern konkrete Anregungen zur Selbstprüfung. Das macht das Werk auch für Frauenbibelkreise und persönliche Jüngerschaftsgespräche gut verwendbar.
Wo ist eine kritische Einordnung notwendig?
Aus bibeltreuer, reformatorischer Perspektive ist die theologische Ausrichtung des Buches ausdrücklich zu begrüßen. Nancy DeMoss Wolgemuth hält an der Autorität der Heiligen Schrift fest und betont die Verbindlichkeit der göttlichen Schöpfungsordnung für Mann und Frau.
Besonders überzeugend ist ihre Auslegung des Sündenfalls in 1. Mose 3. Sie erkennt darin auch eine Störung der von Gott vorgesehenen Verantwortungsordnung: Eva übernimmt die Initiative zum Ungehorsam, während Adam seiner Verantwortung nicht gerecht wird (S. 227–229). Diese Beobachtung steht im Einklang mit der neutestamentlichen Lehre, die auf die Schöpfungsordnung zurückgreift (1Kor 11,3–9; 1Tim 2,13–14). Dabei liegt die eigentliche Sünde nicht in Evas Eigeninitiative, sondern im Ungehorsam gegenüber Gott.
Auch die Ausführungen über Ehe und Unterordnung entsprechen grundsätzlich dem biblischen Zeugnis. Die Schrift weist dem Mann die Leitungsverantwortung zu und fordert die Frau auf, diese anzuerkennen (Eph 5,22–33). Dabei bedeutet biblische Leiterschaft keine Herrschaftsausübung, sondern aufopferungsvolle Liebe nach dem Vorbild Christi. Ebenso wenig verpflichtet Unterordnung dazu, Sünde oder missbräuchliches Verhalten hinzunehmen.
Eine differenzierte Betrachtung ist beim Zusammenhang zwischen falschem Denken und persönlichem Leiden notwendig. Zwar ist die Erneuerung des Denkens ein wesentlicher Bestandteil der Heiligung (Röm 12,2), doch lässt sich nicht jedes Leiden auf falsche Überzeugungen oder persönliche Sünde zurückführen (Hiob; Joh 9,1–3). Positiv ist deshalb, dass Wolgemuth bei Depressionen (S. 304–320) auch körperliche und psychische Ursachen berücksichtigt.
Für wen ist das Buch geeignet?
Das Buch richtet sich in erster Linie an christliche Frauen, die ihre Überzeugungen und Lebensentscheidungen bewusst anhand der Bibel überprüfen möchten. Es eignet sich sowohl für die persönliche Lektüre als auch für Frauenbibelkreise, Jüngerschaftsgruppen und seelsorgerliche Gespräche.
Besonders hilfreich dürfte es für Leserinnen sein, die sich mit Fragen des Selbstwerts, der geistlichen Identität, des Umgangs mit Gefühlen oder ihrer Verantwortung in Ehe und Familie beschäftigen.
Für die gemeinsame Arbeit in einer Gruppe empfiehlt es sich, die Bibelstellen jeweils im Zusammenhang zu lesen und zwischen eindeutigen biblischen Aussagen und praktischen Schlussfolgerungen der Autorin zu unterscheiden.
Bei schweren psychischen Erkrankungen, Traumafolgen oder missbräuchlichen Beziehungen sollte das Buch nicht als Ersatz für eine fachgerechte medizinische, psychotherapeutische oder schützende Unterstützung verstanden werden.
Was bleibt?
Nancy DeMoss Wolgemuth hat ein Buch geschrieben, das den Anspruch erhebt, christliches Denken und Handeln wieder stärker an Gottes Wort auszurichten. Dieser Ansatz ist überzeugend und notwendig. Die Autorin verbindet ihre biblischen Überzeugungen mit konkreten Lebensfragen und scheut sich nicht, verbreitete Denkweisen kritisch zu hinterfragen.
Besonders gelungen sind die Ausführungen über Gottes Charakter, den Umgang mit Schuld, die Erneuerung des Denkens und die Bedeutung geistlicher Wahrheit für persönliche Entscheidungen. Die überarbeitete Ausgabe zeigt zudem an wichtigen Stellen eine erfreuliche Sensibilität für komplexe seelsorgerliche Fragen.
Insgesamt ist Lügen, die wir Frauen glauben ein empfehlenswertes Buch für Frauen, die sich ernsthaft mit ihrer geistlichen Entwicklung beschäftigen möchten. Sein bleibender Wert liegt in der Erinnerung daran, dass christliche Freiheit nicht durch die uneingeschränkte Bestätigung eigener Gefühle entsteht, sondern durch die Erkenntnis und Annahme der Wahrheit Gottes.