Philipperbrief

Phil 1,4 A.Christlieb Paulus als Handwerker.

III. Die Arbeit am Handwerk schadet dem Gebetsleben des Apostels nicht. Philipper 1, 3 - 5.

Noch ein drittes Bedenken kann auftauchen: Wie ist es dem Apostel bei dieser Handarbeit möglich, ein anhaltendes Gebetsleben zu führen? Wie konnte Paulus, wenn er seine ganze Sorgfalt auf treue irdische Arbeit richtete (und das tat er doch sicherlich in Befolgung seiner eigenen Worte, Kolosser 3, 22 - 24; Epheser 6, 5 - 8), zugleich ohne Unterlaß im Gebet seiner früheren Gemeinden vor Gott gedenken?

Auch hier gilt dasselbe, was wir bei den zwei ersten Bedenken sahen: Eines schließt das andere nicht aus. Beides geht zusammen. Bei all seiner Arbeit an den Zelttüchern war sein Herz mit Gott in Verbindung. Sein Trachten ging allezeit nach oben. Er ließ sich nicht durch seine Arbeit aus dem Kämmerlein verdrängen. Sein Gebet wird auch infolge der Arbeit nicht weniger brünstig geworden sein. Seine Liebe, seine priesterliche Fürsorge für die bisherigen Arbeitsfelder nahmen bei ihm nie ab durch seine Handarbeit. Die Sache des Reiches Gottes lag ihm beständig auf dem Herzen, sein Flehen für des Herrn Werk ließ nicht nach.

So hat seine Arbeit in der Handwerksstube weder seinem apostolischen Ansehen, noch seiner Tätigkeit, noch seinem Gebetsleben schaden dürfen. Das kann denen zum Trost gereichen, welche im Werk des Herrn arbeiten möchten, aber durch die Umstände zur äußeren Arbeit gezwungen sind.



siehe auch I. Die Arbeit am Handwerk schadet der Würde des Apostels nicht. -> Apostelgeschichte 18, 3. II. Die Arbeit am Handwerk schadet der Missionsarbeit des Apostels nicht. -> Apostelgeschichte 20, 34.





J.MacArthur "... indem ich für euch alle das Gebet mit Freuden tue" (Phil. 1,4).

Das Fürbittegebet ist ein mächtiges Werkzeug in der Hand eines Gerechten.

Von einer Krankenschwester, die von der Bedeutung des Fürbittegebets wusste, wird Folgendes erzählt: Weil sie ihre Hände täglich als Instrumente der Liebe und Barmherzigkeit Gottes bei ihrer Arbeit gebrauchte, fand sie es natürlich, ihre Hand als Gebetsmuster zu betrachten. Jeder Finger stellte jemand dar, für den sie beten wollte. Der Daumen stand ihr am nächsten und erinnerte sie, für die zu beten, die ihr am wichtigsten und liebsten waren. Der Zeigefinger war zum Zeigen da und stand für ihre Ausbilder. Der dritte Finger war der größte und stand für alle, die in Leitungsfunktionen waren. Der vierte Finger war der schwächste und erinnerte sie an solche, die durch Trübsal und Schmerzen gingen. Der kleine Finger war der geringste und unwichtigste und erinnerte die Schwester daran, für ihre eigenen Nöte zu beten.

Zweifellos wusste die Schwester etwas von der Freude der Fürbitte. Paulus kannte sie auch. Unter gleichen Umständen wäre ein weniger glaubensstarker Mann sicher nur mit seinen eigenen Schwierigkeiten ausgefüllt gewesen, doch Paulus praktizierte, was er in Philipper 2,4 lehrt: "... ein jeder nicht auf das Seinige sehend, sondern ein jeder auch auf das der anderen." Diese Haltung ist das Herzstück wirksamen Fürbittens.

Wem die Freude des Heiligen Geistes fehlt, hegt oft negative Gedanken gegen andere; dadurch wird das Mitempfinden geschwächt und die Fürbitte behindert. Das ist tragisch; denn die Fürbitte ist ein mächtiges Werkzeug in der Hand der Gerechten (Jak. 5,16).

Untersuche deine Gebete. Enthalten sie viel Lob für Gott und Seine Güte an anderen? Betest du für die Nöte anderer? Fang damit an und die Freude des Füreinander-Eintretens wird dich erfüllen.