Römerbrief

Röm 13,9 J.Haase Dich soll nichts gelüsten. Röm. 13,9.

Da zeigt uns der Apostel den Ursprung aller Lieblosigkeit gegen den Nächsten. Er liegt in dem Herzen, das so selbstsüchtig ist und dem anderen nicht gönnt, daß er Gutes hat. Es blickt neidisch auf dessen Vorzüge und möchte haben und an sich bringen, was der ihm voraushat. Dieses sündliche Begehren, diese böse Lust, wohnt im natürlichen Menschenherzen, aber im Christenherzen darf sie nicht herrschen. Denn die Liebe freut sich über das Glück des anderen ohne Neid und sucht es ihm zu erhalten, so viel sie kann. Siehe, lieber Christ, dein Nachbar hat einen größeren Hof und besseres Land, oder ein blühenderes Geschäft und mehr Kundschaft, er hat mehr Einkommen und eine höhere Stellung, oder er findet mehr Beifall und Anerkennung als du. Da hüte dich vor Mißgunst! Lobe Gott für das Deine, und gönne jedem das Seine! Sei ihm behilflich, wo du kannst, und übe dich in der rechten Uneigennützigkeit. Die Lieblosigkeit der Welt denkt nur an den eigenen Vorteil und Gewinn, und ohne Mitleid und Erbarmen tritt der Stärkere den Schwächeren unter die Füße. Die christliche Liebe aber ist neidlos und hilfsbereit. - Herr, gib uns solche Liebe durch deinen Heiligen Geist.