Psalmen

Ps 38,21 C.H.Spurgeon ,,Verlaß mich nicht, Herr; mein Gott, sei nicht ferne von mir." Ps. 38, 21.

Häufig beten wir, Gott möge uns nicht verlassen in der Stunde der Trübsal und Versuchung, aber wir vergessen dabei nur zu leicht, daß wir zu allen Zeiten nötig haben, solches zu bitten. Es gibt in unserm Leben keinen einzigen Augenblick, wie heilig er auch sei, wo wir seines Beistandes und seiner stärkenden Kraft entraten könnten. Im Licht wie in der Finsternis, in seiner Nähe wie in der Stunde der Versuchung, ist uns die Bitte vonnöten: ,,Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott." ,,Erhalte mich durch Dein Wort, daß ich lebe; stärke mich, daß ich genese." Wenn ein kleines Kind gehen lernt, so bedarf es ununterbrochen der Aufsicht und des Beistandes. Wenn das Schiff vom Steuermann verlassen wird, kommt's sogleich vom Kurs ab und treibt als ein Spielball der Wellen ziellos umher. Wir können die beständige Hilfe von oben nicht entbehren. So wollen wir denn täglich darum bitten: ,,Verlaß mich nicht. Vater, verlaß Dein Kind nicht, sonst fällt es von Feindeshand. Hirte, verlaß Dein Lamm nicht, sonst verirrt es sich von der Herde und ihrer sichern Hut. Großer Gärtner, verlaß Deinen Pflänzling nicht, sonst welkt er ab und stirbt. Verlaß mich nicht, o Herr, in diesem Augenblick, und verlaß mich nie zu irgend einer Zeit meines Lebens. Verlaß mich nicht in meinen Freuden, sonst nehmen sie mein Herz gefangen. Verlaß mich nicht in meinen Leiden, sonst murre ich wider Dich. Verlaß mich nicht, wenn Du mir Buße schenkst, ich möchte sonst die Hoffnung der Vergebung verlieren und in Verzweiflung stürzen; und verlaß mich nicht zur Zeit meines freudigsten und stärksten Glaubens, sonst artet der Glaube in Vermessenheit aus. Verlaß mich nicht, denn ohne Dich bin ich schwach, aber mit Dir bin ich stark. Verlaß mich nicht, denn mein Pfad ist gefährlich und voller Fallstricke, und ohne Deine Führung bin ich verloren. Die Henne verläßt ihr Küchlein nicht, so bedecke denn auch Du mich mit Deinen Fittichen, und laß mich unter Deinen Flügeln eine Zuflucht finden. Sei nicht ferne von mir, Herr, denn Angst ist nahe, denn es ist hier kein Helfer. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile, mir beizustehen, Herr, meine Hilfe!" ,,Mein Stab, mein Hort, mein Licht! Ach Gott, verlaß mich nicht!"