Jos 3,10
A.Christlieb
Dabei sollt ihr erkennen, daß ein lebendiger Gott unter euch
ist. - Und Gott sprach: Hebt auf aus dem Jordan zwölf
Steine. Josua 3, 10; 4, 1-3
Israel steht an der Grenze des verheißenen Landes. Nur der
Jordan trennt sie noch von ihrem lang ersehnten Ziel. Da
wäre es nun ein leichtes gewesen, eine Brücke zu schlagen
oder Flöße zu binden, auf denen das Volk hinüberschritt.
Gott aber wollte dem Volke seine Lebendigkeit und Allmacht
noch einmal herrlich kundtun, ehe sie die schwere Aufgabe der
Eroberung des von starken Völkern besetzten Landes angriffen.
Die Priester sollten mit der Bundeslade in die Fluten des
Jordan hineintreten, dann wollte Gott die Wasser oben stauen
und unten abfließen lassen. Zur Erinnerung daran, daß der
Gott vor ihnen herziehe, der Wunder tut, sollten sie zwölf
dicke Steine aus dem Jordanbett mitnehmen und als Denkmal
aufrichten. Josua tat nach diesem Befehle. Das Volk ging
trocken durch den Jordan, und zu Gilgal (Jos. 4, 20)
richtete Josua die Steine als Denkmal auf. Gott dachte
dabei, wie das Ende des vierten Kapitels zeigt, besonders an
die Unterweisung der Kinder. Der Anblick der dicken Steine
sollte ihre Fragen wecken, und die Eltern sollten ihnen dann
erzählen von der herrlichen Wundertat Gottes beim Durchgang
durch den Jordan. Gott will nicht, daß die Kinder vor dicken
Lehrbüchern sitzen und Sachen auswendig lernen, die sie gar
nicht verstehen. Die Eltern sollen ihnen lebensvoll
berichten, wie Gott, der Lebendige, sich ihnen kundgetan hat.
- Väter und Mütter, tut ihr auch so? Hören die Engel Gottes,
wie ihr den Kindern biblische Geschichten erzählt? Hören
eure Kinder von euch die Geheimnisse des Himmelreiches oder
nur ungeduldiges Poltern und Schelten? Es kommt so viel
giftiger Same in die Herzen eurer Kinder. Sorgt ihr, daß
auch der Same des Wortes Gottes in ihr Herz hineingestreut
wird?